Archiv der Kategorie: Wohnungspolitik

Aus der Rubrik “Wohnungspolitik”:

 

DER TAGESSPIEGEL am 08.01.2019: Wohnungspolitik Immobilienfirmen enteignen – geht das überhaupt?

Eine Berliner Initiative will bezahlbaren Wohnraum schaffen – mittels Enteignungen. Ist das eine realistische Möglichkeit?

Im April soll in Berlin ein Volksbegehren zur Enteignung großer Immobilienunternehmen starten. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey finden 55 Prozent der Berliner diese Aktion richtig. Sehr umstritten ist, ob eine solche Enteignung rechtlich und finanziell möglich wäre.

Was ist geplant und wie soll es finanziert werden?

Gefordert wird, alle Berliner Unternehmen „mit Gewinnerzielungsabsicht“, die mehr als 3000 Wohnungen besitzen, gegen Entschädigung zu enteignen und den kommunalisierten Wohnungsbestand in eine Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) einzubringen. Das Land Berlin soll 20 Prozent der Entschädigungssumme als Kapitaleinlage in die AöR einbringen, der große Rest soll per Kredit beschafft werden. Falls nötig, abgesichert durch eine Landesbürgschaft.

Die Initiative, die das Volksbegehren vorbereitet, hält eine Entschädigung unterhalb des Marktwerts der Wohnungen für rechtlich möglich. Sie geht bei 190.000 betroffenen Wohnungen von einem niedrigen zweistelligen Milliardenbetrag aus. Eine Modellrechnung lässt die Dimensionen der Aktion erahnen: Bei durchschnittlich 50 Quadratmetern je betroffener Wohnung und einem Preis von 3000 Euro je Quadratmeter käme man auf eine Summe von fast 30 Milliarden Euro.

Welche Gesellschaften und wie viele Wohnungen sind betroffen?

Es geht um etwa 190.000 Wohnungen in Berlin. Enteignet werden sollen nach dem Willen der Volksbegehren- Initiative, alle Firmen, die mehr als 3000 Wohnungen besitzen. Das trifft auf die größten fünf privaten Wohnungsunternehmen in der Hauptstadt zu: Deutsche Wohnen (etwa 110.000 Wohnungen), Vonovia (mehr als 40.000), Akelius (etwa 11.000), ADO Properties (etwa 24.000) und Grand City Property (etwa 4000). Die Wohnungen verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet und liegen häufig in speziellen Siedlungen, die einstmals für Geringverdiener oder bestimmte andere Berechtigungsgruppen wie Eisenbahner oder Angestellte angelegt wurden. Daher leben dort häufig bis heute Menschen mit niedrigerem Einkommen.

https://www.tagesspiegel.de/berlin/wohnungspolitik-immobilienfirmen-enteignen-geht-das-ueberhaupt/23841810.html

Aus der Rubrik “Wohnungspolitik”:

Berliner Morgenpost am 30.12.2018: Rekommunalisierung
Gewobag stimmt Wohnungskauf an Karl-Marx-Allee zu

Gute Nachrichten für Mieter an der Karl-Marx-Straße. Gewobag und Senat garantieren Anwohnern, deren Wohnungen zu übernehmen.

Die Gewobag gibt grünes Licht für den Ankauf von rund 700 Wohnungen in der Karl-Marx-Allee. Dies hat der Aufsichtsrat der stadteigenen Wohnungsbaugesellschaft auf seiner letzten Sitzung für die Blöcke C Süd, C Nord und D Nord beschlossen. Gewobag und der Senat garantieren den betroffenen Mietern damit den sogenannten „gestreckten Erwerb“ ihrer Wohnungen.

Dieses Modell sieht vor, dass zunächst die Mieter selbst von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen, das ihnen durch die Veräußerung der Immobilien von der Predac Immobilien Management AG an die Deutsche Wohnen zusteht. Im gleichen Zug können sie die Wohnung dann an die Gewobag weiterverkaufen. Noch bis kommenden Donnerstag, 3. Januar, haben die Mieter Zeit, sowohl ihr Vorkaufsrecht auszuüben als auch dem Verkauf an die Gewobag zuzustimmen. Die Wohnungen würden auf diesem Weg rekommunalisiert.

https://www.morgenpost.de/bezirke/friedrichshain-kreuzberg/article216108733/Gewobag-stimmt-Wohnungskauf-an-Karl-Marx-Allee-zu.html

Aus der Rubrik “Mietenpolitik”:

 

Berliner Zeitung am 30.12.2018: Kommentar zur Karl-Marx-Allee – Die Deutsche Wohnen hat ein Imageproblem

Die Deutsche Wohnen hat ein Imageproblem. Berlins mit 115.000 Wohnungen größtes privates Immobilienunternehmen gilt als Mieterfresser Nummer Eins. Immer wieder gibt es Meldungen, dass der Konzern eine seiner Siedlungen teuer saniert, um die Miete über den ansonsten zulässigen Wert zu erhöhen. Das bedeutet erst recht in Zeiteneiner rotrotgrünen Regierung permanente Auseinandersetzungen mit der Öffentlichkeit – und diese schaden mitunter dem Geschäft.

https://www.berliner-zeitung.de/politik/meinung/kommentar-zur-karl-marx-allee-die-deutsche-wohnen-hat-ein-imageproblem-31807556

Aus der Rubrik “Wohnungspolitik”:

 

rbb24.de am 12.12.2018: Berlin nutzt Vorkaufsrecht für ein Haus der Karl-Marx-Allee

Eins von vier: Die Deutsche Wohnen hat im Oktober vier Wohnblöcke in der Karl-Marx-Allee erworben, die Bewohner fürchten nun Mieterhöhungen. Um den Kauf abzuwenden, hat der Berliner Senat einen Plan ausgeheckt. Ein Block ist nun gesichert.

Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wird das Vorkaufsrecht für einen Wohnblock in der Karl-Marx-Allee nutzen. Das teite Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, am Mittwoch via Twitter mit. Der Aufsichtsrat der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) habe dem Verfahren zugestimmt. Es handelt sich demnach um den “Block D Süd” am U-Bahnhof Weberwiese. Der Block mit rund 80 Wohnungen befindet sich in einem Milieuschutzgebiet.

Für die drei anderen Wohnblöcke der Stalinbauten gab es am Mittwoch noch keine finale Lösung. Die vier Bauten sollten an die Deutsche Wohnen verkauft werden – wenn nicht der Senat beziehungsweise die Mieter bis Anfang Januar ihr Vorkaufsrecht nutzen.

Im Koalitionsausschuss am Mittwoch sei laut Senatsverwaltung vereinbart worden, zwei Modelle weiter zu verfolgen, um eine “sichere Lösung für alle Mieterinnen und Mieter” zu finden. Bis Dienstag sollen die “letzten Fragen” geklärt sein.

https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2018/12/deutsche-wohnen-karl-marx-allee-berlin-erster-block-d-sued.html

Aus der Rubrik “Wohnungspolitik”:

Berliner Morgenpost am 29.11.2018: Im Postcheckamt entstehen nun doch mehr Wohnungen

Der Investor und der Stadtrat hatten sich geeinigt. Die SPD-Fraktion verlangte eine Nachbesserung – mit Erfolg.

Das ging schnell. Ein erst in der vergangenen Woche im Bauausschuss vorgestellter Kompromiss zwischen Bezirksamt und Investor für das Postscheckamt-Areal am Halleschen Ufer in Kreuzberg ist nachgebessert. Jetzt gibt es auf zusätzlichen 8000 Quadratmetern weitere Wohnungen.

Bei der Bezirksverordnetenversammlung am Mittwoch legte das Bezirksamt nun den neuen Kompromiss vor. Statt vormals 28.400 Quadratmeter Geschossfläche für Wohnen, würden nun 36.400 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Dabei würde die CG Gruppe ein zuvor dafür nicht vorgesehenes Baufeld auf ihrem Areal abtreten. “Von Seiten der CG Gruppe besteht die Bereitschaft”, so teilen Schmidt und der stellvertretende Bezirksbürgermeister Knut Mildner-Spindler (Linke) mit, “besteht die Bereitschaft, das Baufeld 4a als freifinanzierter Wohnraum anzubieten.” Gerechnet wird mit zusätzlich 63 Wohnungen.

https://www.morgenpost.de/bezirke/friedrichshain-kreuzberg/article215903011/Im-alten-Postcheckamt-entstehen-doch-mehr-Wohnungen.html

Aus der Rubrik “Mietenpolitik”:

Spandauer Volksblatt am 28.11.2018: Mittlere statt einfache Wohnlage

SPD verwundert über Anpassung des Mietspiegels

Die BVV wird sich demnächst mit der Frage beschäftigen müssen, warum Teile der Wilhelmstadt im neuen Mietspiegel erstmals als mittlere statt wie bisher als einfache Wohnlage ausgewiesen werden.

Laut SPD nutzen das die Vermieter aktuell, um die Mietpreise anzuheben. „Das Upgrade zur mittleren Wohnlage sehen wir als unbegründet an“, sagt Bezirksverordnete Ina Bittroff (SPD) und Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses dazu. „In den Wohngebieten hat sich nichts verändert, was eine solche Einstufung und die damit einhergehende Mietpreissteigerung rechtfertigen würde.“ Zumal die Mieten in den betroffenen Objekten davor schon den Höchstwert für die einfache Wohnlage erreicht hatten, so Bittroff weiter. Um nachzuhaken, hatte die SPD-Fraktion in der November-BVV eine Dringlichkeitsanfrage zum Thema stellen wollen. Doch zu einer Antwort aus dem Bezirksamt kam es nicht. Die Bezirksverordneten sahen es mehrheitlich als nicht dringlich an, die Fragen sofort zu beantworten.

„Zum Leidwesen der Mieter“, bedauert Bittroff. „Dabei sprechen Alle immer von bezahlbarem Wohnraum. In der Wilhelmstadt gibt es noch welchen, und hier könnte man dem Miet-Wucher vielleicht noch entgegentreten.“ Aber dazu brauche es schnelle Antworten, denn die Preise stiegen jetzt. Die SPD-Fraktion will nicht lockerlassen und die Anfrage nun auf konventionellem Weg in die nächste BVV einbringen.

https://www.berliner-woche.de/wilhelmstadt/c-bauen/spd-verwundert-ueber-anpassung-des-mietspiegels_a191044

Aus der Rubrik “Mietenpolitik”:

 

Berliner Zeitung am 27.11.2018: Kommentar – Die Mietpreisbremse wird auch in Zukunft kaum Wirkung entfalten

Ja, selbstverständlich hilft es Mietern in Städten wie Berlin, wenn die Umlage der Modernisierungskosten von bisher elf auf acht Prozent beschränkt wird. Jede finanzielle Entlastung führt dazu, dass am Ende mehr Geld zum Leben bleibt. Die Mietrechtsänderung, auf die sich CDU/CSU und SPD nun verständigt haben, bringt deswegen durchaus einige kleine Verbesserungen mit sich. Sie bewahrt die Mieter aber nicht vor weiter möglichen hohen Belastungen.

https://www.berliner-zeitung.de/politik/meinung/kommentar-die-mietpreisbremse-wird-auch-in-zukunft-kaum-wirkung-entfalten-31658272

Aus der Rubrik “Mietenpolitik”:

 
Berliner Zeitung am 27.11.2018: Mehr Rechte – So sollen Mieter günstiger Wohnungen besser geschützt werden
 
Immer wieder führen teure Modernisierungen zu kräftigen Mietsteigerungen — und in der Folge zur Verdrängung von Haushalten mit geringen Einkommen. Künftig sollen Mieter jedoch besser vor drastischen Mieterhöhungen geschützt werden.
 
https://www.berliner-zeitung.de/berlin/mehr-rechte–so-sollen-mieter-guenstiger-wohnungen-besser-geschuetzt-werden-31657456

Aus der Rubrik “Wohnungspolitik”:

 

rbb24.de am 22.11.2018: Berliner Mieter tauschen erste Wohnung über Börse aus

Gut zwei Monate nach dem Start der Tauschbörse “inberlinwohnen.de” ist nun erstmals ein Wohnungstausch zwischen zwei Mietpartnern geglückt. Wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen am Donnerstag mitteilte, befinden sich beide Wohnungen im Prenzlauer Berg und gehören den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften “Gewobag” bzw. “degewo”.

https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2018/11/wohnung-tauschen-boerse-berlin-erster-tausch-.html