Archiv der Kategorie: Mietertipps /-informationen

Aus der Rubrik „Mieterinformationen“:

Berliner Zeitung am 17.06.2020: Hunderte Verstöße gegen Mietendeckel in Berlin angezeigt

Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) zieht ein Jahr nach dem Beschluss des Eckpunkte-Papiers durch die Landesregierung eine Bilanz.

Viele Vermieter halten sich offenbar nicht an den Mietendeckel. Die zwölf Bezirksämter haben jedenfalls bis Ende Mai 2020 insgesamt 425 Anzeigen und Hinweise zu Verstößen gegen den Mietendeckel erfasst. Das teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Mittwoch mit. 270 Anzeigen bezogen sich danach auf den Mietenstopp, der seit dem Inkrafttreten des Gesetzes am 23. Februar gilt. In weiteren 105 Fällen seien Beschwerden zur Auskunftspflicht der Vermieter über die Zusammensetzung der Miete eingegangen, so die Senatsverwaltung. 44 Anzeigen beziehen sich auf die Mietobergrenzen bei der Wiedervermietung, sechs Anzeigen auf die Regelung zur Absenkung überhöhter Mieten, die jedoch erst im November 2020 wirksam wird. Die meisten Fälle wurden den Angaben nach in den Bezirken Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg erfasst.

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Berliner Zeitung am 17.06.2020: Mietendeckel in Berlin – 84 Prozent der Vermieter müssen Mieten absenkenEine Umfrage zeigt, dass viele Wohnungseigentümer in Berlin wegen des Mietendeckels mit weiteren Einbußen rechnen müssen. Jeder Achte erwartet, in die Verlustzone zu rutschen.

Falls der Mietendeckel Bestand hat, dürfen sich Berlins Mieter im November auf weitere Entlastung freuen, Vermieter hingegen müssen mit finanziellen Einbußen rechnen. Das geht aus einer am Dienstag präsentierten Umfrage unter 171 Vermietern hervor, die vom Maklerhaus Engel & Völkers und dem Investmentunternehmen Skjerven Group beauftragt wurde. 84 Prozent der befragten Vermieter werden danach ab November Mieten absenken müssen. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) geht dabei von einem maximalen Korrekturbedarf von 30 Prozent für einzelne Wohnungen aus. Nur 16 Prozent der Vermieter werden keine Mieten absenken müssen. Etwa jeder achte Vermieter erwartet, durch den Mietendeckel in die Verlustzone zu rutschen.

https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/mietendeckel-in-berlin-84-prozent-der-vermieter-muessen-mieten-absenken-li.87892

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Berliner Zeitung am 15.06.2020: Deutsche Wohnen verspricht Mieterschutz

Die Deutsche Wohnen will 21 weitere Häuser in Berlin kaufen. Dagegen regt sich Protest. Der Wohnungskonzern reagiert mit Garantien. Aber reicht das?

„Kein Mieter“ werde seine Wohnung wegen einer Eigenbedarfskündigung verlieren, verspricht die Deutsche Wohnen. Denn sie biete einen lebenslangen Schutz vor Eigenbedarfskündigung, der „grundbuchlich“ gesichert werde. Kein Mieter solle seine Wohnung durch eine Mieterhöhung verlieren. Denn die Deutsche Wohnen wolle Erhöhungen der Kaltmiete auf 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens begrenzen, wie generell versprochen. Außerdem solle kein Mieter wegen der Corona-Krise seine Wohnung verlassen müssen. Dafür sei ein Hilfsfonds über 30 Millionen Euro eingerichtet worden.

Den Berliner Mieterverein (BMV) überzeugen die Zusagen nicht. „Soweit die Ankaufsobjekte in Milieuschutzgebieten liegen, sollten die betreffenden Bezirke das Vorkaufsrecht ausüben, in der Hoffnung, dafür auch Dritte aus dem Kreis der städtischen Wohnungsunternehmen oder Genossenschaften zu finden“, sagt BMV-Geschäftsführer Reiner Wild. Das wäre „auf jeden Fall besser als der Verkauf an die Deutsche Wohnen“. Der Mieterverein bezweifele die Wirksamkeit der Garantien. So komme die Kappung der Mieterhöhung bei 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens häufig nicht zum Tragen, weil die zulässige Fläche überschritten werde. Beim Schutz vor Eigenbedarfskündigungen sei es besser, wenn dieser den Bewohnern mietvertraglich zugesichert werde. „Vom grundbuchlichen Schutz hat der Mieter im Normalfall ja keine Kenntnis“, sagt Wild.

Mehrere der zum Verkauf stehenden Häuser befinden sich in Milieuschutzgebieten. Hier haben die Bezirke zwei Monate Zeit, um ihr Vorkaufsrecht auszuüben, wenn zu befürchten ist, dass die Ziele des Milieuschutzes ausgehebelt werden. Nicht zum Zuge kommt das Vorkaufsrecht, wenn sich der Käufer dazu verpflichtet, die Ziele des Milieuschutzes einzuhalten. Eine solche Übereinkunft wird als Abwendungsvereinbarung bezeichnet. Der Mieterverein fordert, dass die Abwendungsvereinbarungen der Deutsche Wohnen auch den Ausschluss von Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen für 20 Jahre enthalten müssen.

Den Bezirken reichen die individuellen Zusagen der Deutsche Wohnen nicht aus. „Die Garantien sind für die jetzigen Mieter sicherlich positiv“, sagt Neuköllns Baustadtrat Jochen Biedermann (Grüne). Der Milieuschutz sei aber „ein städtebauliches Instrument: Wir erhalten damit langfristig günstigen Mietwohnraum – unabhängig vom konkreten Mietverhältnis, das früher oder später endet“, so Biedermann. Zu welchen langfristigen Verpflichtungen die Deutsche Wohnen bereit sei, bleibe abzuwarten. Was die Mieter wollen, ist eindeutig. „Wir fordern die Anwendung des Vorkaufsrechts durch die Bezirksämter“, so die  Hausgemeinschaft Maybachufer 6.

https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/deutsche-wohnen-verspricht-mieterschutz-li.87660

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Berliner Zeitung am 05.06.2020: Wohnen in Berlin Deutsche Wohnen muss wegen des Mietendeckels Tausende Mieten senken

Nach dem Gesetz sind Bestandsmieten zu reduzieren, die mehr als 20 Prozent über der zulässigen Obergrenze liegen. Das Unternehmen rechnet in diesem Jahr mit Mietausfällen von neun Millionen Euro.

Die Deutsche Wohnen muss wegen des Berliner Mietendeckels im November Tausende Mieten in der Hauptstadt senken. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Nach dem Gesetz sind dann Bestandsmieten zu reduzieren, die mehr als 20 Prozent über der zulässigen Obergrenze liegen. „Hiervon sind circa 30 Prozent unserer Berliner Mietverhältnisse betroffen“, sagte Vorstandsmitglied Lars Urbansky am Freitag.

Das Unternehmen rechnet in diesem Jahr mit Mietausfällen von neun Millionen Euro durch das Gesetz, im nächsten Jahr sind es 30 Millionen Euro. Bundesweit hatte der Konzern im vergangenen Jahr Mieteinnahmen in Höhe von 862 Millionen Euro.

https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/berlin-deutsche-wohnen-muss-wegen-des-mietendeckels-tausende-mieten-senken-li.86059

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rbb24.de am 05.06.2020: Städtische Wohnungsunternehmen – Kaum Mietstundungen wegen Corona in Berlin

Die Corona-Krise hat in Berlin viele Menschen den Job gekostet, Tausende mussten in die Kurzarbeit gehen. Die Senatsverwaltung hat für die 300.000 Wohnungen im Landesbesitz bisher dennoch relativ wenige Anträge auf Mietstundungen registriert.

Die große Mehrheit der Berliner kann die Miete weiter vertragsgemäß zahlen. Das zeigt eine repräsentative Erhebung der städtischen Wohnungsbaugesellschaften, die rbb24 Recherche vorliegt.

Laut Senatsverwaltung für Wohnen wurden für die 300.000 Wohnungen im Landesbesitz bis Ende Mai 1.157 Anträge auf Mietstundungen gestellt und weitere 76 Anträge auf Mietverzicht. Das betrifft demnach weniger als ein halbes Prozent der Mieter. „Es ist sehr erfreulich, dass es so wenig sind“, kommentiert David Eberhardt, Sprecher der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen die Zahlen.

https://www.rbb24.de/wirtschaft/thema/2020/coronavirus/beitraege_neu/2020/06/berlin-mieten-wohnen-mietstundungen-wohnungsbau-gesellschaften.html

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rbb24.de am 06.05.2020: Angebotsmieten in Berlin sinken – Wie gut greift der Berliner Mietendeckel?

Der Mietendeckel wirkt, sagt der Berliner Senat, und der Berliner Mieterverein scheint das auch so zu sehen: Offenbar gibt es eine ganze Reihe von Vermietern, die mit Inkrafttreten des Gesetzes die Miete reduziert haben. Dementsprechend populär ist der Mietendeckel bei Mietern – und fast schon verhasst bei Vermietern.

Laut Senatsverwaltung haben sich allerdings bisher nur etwa 250 Mieter mit Anträgen zum Mietendeckel an die Bezirksämter gewandt. Unterdessen haben Bundestagsabgeordnete von CDU und FDP eine Klage gegen den Mietendeckel in Karlsruhe eingereicht. Im Gespräch: Kathrin Lomper (Die Linke), Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz in Berlin

https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20200506_1930/berliner-mietendeckel-und-corona.html

Aus der Rubrik „Mieterinformationen“:

 
 
rbb24.de am 07.05.2020: Berliner Mietendeckel Sorge wegen kryptischer Briefe vom Vermieter

Viele in Berlin erhalten derzeit Post vom Vermieter. In bürokratisch verklausulierten Texten wird darin die Wohnung beschrieben. Auch wenn es kaum zu glauben ist: Die Schreiben sollen den Mietern wirklich helfen, sich vor zu hohen Mieten zu schützen.

Berliner Vermieter sorgen seit wenigen Wochen bei hunderttausenden Mietern der Stadt für Sorge und Ratlosigkeit. Der Grund sind Briefe an die Mieter. Sie sind voller Floskeln und Verweise auf Verordnungen und Gesetze – und machen Angst.

Doch die Schreiben dienen eigentlich Berlins Mietern als Hilfe für einen möglichen Streit mit den Wohnungsbesitzern um eine angemessene Miete, denn sie belegen: Für Berlin gilt jetzt der Mietendeckel und damit klare Anhaltspunkte für Miethöhen.

Mietendeckelgesetz verpflichtet die Vermieter zu diesen Infobriefen

Wiebke Werner, Vizegeschäftsführerin des Berliner Mietervereins sagte im rbb über diese Infoschreiben: „Das ist für die Mieter sehr verwirrend, weil sie nicht einordnen können: Ist das jetzt ’ne Mieterhöhung, muss ich das unterschreiben oder nicht?“ Doch all das bedeutet der Brief nicht, sondern er ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Infoschreiben an alle Mieter.

Hintergrund der derzeit hunderttausendfach verschickten Post ist der Berliner Mietendeckel. Der ist seit Februar in Kraft und das Gesetz schreibt vor, dass die Vermieter innerhalb der ersten zwei Monate – also im März und im April – Post an ihre Mieter senden müssen.

In den Schreiben müssen die Vermieter ihren Mietern erklären, welche Höchstmiete sie von ihnen laut Mietendeckelgesetz verlangen dürfen. Zu dieser Erklärung gehört die Aufzählung der Wohnungsausstattung und das Baujahr des Hauses, weil diese Daten mit darüber entscheiden, wie hoch die Miete sein darf. Die Schreiben dienen also dazu, um anhand der darin beschriebenen Eckpunkte die Wohnung und die Miethöhe in der Mietendeckeltabelle einordnen zu können.

Oft fehlerhafte Beschreibung der Wohnung

Für Verwirrung sorgt bei vielen, dass manche Mieter in diesen Schreiben nur eine fehlerhafte oder ungenügende Beschreibung ihrer Wohnung zugeschickt bekommen. Auch hier beruhigt Wiebke Werner vom Mieterverein, weil solche fehlerhaften Beschreibungen keine rechtlichen Folgen für die Mieter haben. Allerdings empfiehlt sie, die Vermieter darauf hinzuweisen, sollten sie in ihrer Wohnung beispielsweise die beschriebenen Ausstattungsmerkmale gar nicht haben.

Die Schreiben sind also eine Art Aufzählung der Wohnungsmerkmale als eine der Berechnungsgrundlagen für die Wohnungsmiete, hinzu kommt die Lage der Wohung im Stadtgebiet als weiterer Faktor für den Mieten-Höchstpreis.

Ab November müssen zu hohe Mieten gesenkt werden

Ab November müssen die Mieten abgesenkt werden, die laut Mietendeckel zu hoch sind. Den Mietern sollen die nun verschickten Beschreibungen dann helfen, um ihre Miete anhand des Mietendeckels überprüfen und möglicherweise juristisch dagegen vorgehen zu können.

Der Berliner Mieterverein rät darum all jenen, die bislang keine Post mit solch einer Information bekommen haben, die Vermieter daran zu erinnern, ihnen diese „Informationsschreiben / die Auskunft nach §6 Abs. 4 des MietenWoG“ zu schicken. Der Vermieter sei dazu verpflichtet. Lediglich wegen der aktuellen Arbeitserschwernisse rund um die Corona-Pandemie droht den säumigen Vermieter bislang noch kein Bußgeld.

https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2020/05/mieter-informationsschreiben-mietendeckel-auskuenfte-senat-berlin.html

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Berliner Zeitung am 21.04.2020: Bebauung Offener Brief: Bürger sprechen sich gegen weitere Nachverdichtung aus

Der Senat soll Projekte und bereits erteilte Baugenehmigungen für die sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen vorerst nicht weiter verfolgen. Zudem kritisieren die Initiativen die fehlenden Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung.

Mehrere Berliner Bürgerinitiativen haben Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) in einemOffenen Brief aufgefordert, Planungen sowie bereits erteilte Baugenehmigungen für Nachverdichtungen der sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen in der Corona-Krise auszusetzen. Außerdem fordern sie ein generelles Umdenken in der Stadtplanung.

„Die Zahlen der Covid-19-Infizierten sind dort am höchsten, wo viele Menschen auf engerem Raum leben“, heißt es in dem Brief, der von einem Dutzend Initiativen unterzeichnet ist. Sie nennen sich „Vereinigte Berliner Bürgerinitiativen für den Erhalt von Grünflächen in bestehenden Wohnquartieren bei Nachverdichtung“.

Im Bezirk Mitte liege die Zahl der Infizierten bei 129,89 Fällen pro 100.000 Einwohner, im Bezirk Steglitz-Zehlendorf bei nur 89,73 Fällen pro 100.000 Einwohner, argumentieren die Initiativen. „Sowohl angesichts der aktuellen Corona-Krise als auch der heute schon spürbaren Klimakrise muss jetzt stadtplanerisch umgedacht werden“, fordern die Bürger.

Den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften solle dabei eine „Vorreiterrolle“ zukommen. „Eine lockere, licht- und luftdurchflutete, durchgrünte Baustruktur“ sei für die Stadt der Zukunft unabdingbar, erklären die Bürgerinitiativen in ihrem Brief.

Die Corona-Pandemie führe zu strengen Einschränkungen, kritisieren die Bürgerinitiativen. Die Wahrnehmung demokratischer Rechte sei dadurch auf ein Minimum beschnitten. Übliche Versammlungen in der Nachbarschaft zur Meinungsbildung sowie Partizipationsveranstaltungen der Bauherren mit den Anwohnern müssten entfallen. Darüber hinaus dürften öffentliche Proteste und Aktionen der Bürger nicht mehr stattfinden. Dadurch drohe ein „massives Demokratiedefizit“.

Stadtentwicklungssenatorin Lompscher zeigt sich offen für neue Formen der Beteiligung, will aber an bereits erteilten Genehmigungen nicht rütteln lassen. „Für die Aussetzung von erteilten Baugenehmigungen oder den Stopp laufender Wohnungsbauvorhaben besteht inhaltlich kein Grund“, erklärt sie auf Anfrage. „All diese Vorhaben sind Ergebnis langer Prozesse und haben selbstverständlich Beteiligungsverfahren durchlaufen.“

Die Schaffung von zusätzlichem, insbesondere leistbarem Wohnraum mit Bürgerbeteiligung sei und bleibe ein „essenzieller Bestandteil der Berliner Stadtentwicklungspolitik“, so Lompscher. „Möglicherweise müssen wir aufgrund der aktuellen Covid-19-Pandemie die bisherigen Formate überprüfen, die Bürgerbeteiligung an sich wird aber bei keinem der kommenden Projekte unter den Tisch fallen.“

https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/offener-brief-buerger-sprechen-sich-gegen-weitere-nachverdichtung-aus-li.81657

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Berliner Zeitung am 17.04.2020: Corona-Krise Hunderte Berliner Haushalte beantragen Mietstundungen

Viele Berliner machen Gebrauch von den neuen Regelungen in der Corona-Krise. In der City erkundigen sich vor allem Gewerbetreibende danach.

Viele Mieter in Berlin sehen sich schon zu Beginn der Corona-Krise in Zahlungsschwierigkeiten. Mehrere Hundert Haushalte haben allein bei den sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften eine Stundung der Miete beantragt oder sich über die Möglichkeit, die Zahlung auszusetzen informiert.

Bei der Gesobau, die viele Wohnungen im Märkischen Viertel besitzt, haben danach bis zum Dienstag 222 Mieter wegen einer Stundung ihrer Mietzahlungen für den Monat April angefragt. „Für die Monate Mai und Juni liegen uns bisher keine Anfragen vor“, berichtet Gesobau-Sprecherin Birte Jessen.

Die Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land befindet sich gegenwärtig „mit rund 110 Wohnungsmietern in Gesprächen über eine Stundung der Miete“, sagt Unternehmenssprecher Frank Hadamczik. „In den letzten Tagen hat sich die Anzahl an Gesprächen pro Tag kontinuierlich leicht erhöht“, berichtet er. Belastbare Informationen über die Anzahl von Nichtzahlern und damit verbundene Einnahmerückgänge lägen aber „frühestens Anfang Mai vor“.

Wichtig sei, dass es sich nicht um Mietausfälle, sondern um gestundete Beträge handele. Diese Rückstände müssten nach der gerade vom Bundestag beschlossenen Corona-Regelung bis Ende Juni 2022 ausgeglichen werden. Die Corona-Regelung sieht vor, dass Vermieter Mietern wegen Mietschulden aus der Zeit von April bis Juni 2020 bis Ende Juni 2022 nicht kündigen dürfen. Die Pflicht zur Zahlung der Miete ist damit nicht aufgehoben. Die Mieter haben nur mehr Zeit, um ihre Schulden zu begleichen.

Bei der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Howoge, die besonders stark in Lichtenberg vertreten ist, sind bisher 200 Anfragen auf Stundung der Miete eingegangen. „Die Anfragen werden derzeit geprüft und bearbeitet“, sagt Howoge-Sprecherin Sabine Pentrop.

Bei der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) sind 118 Anträge auf Mietstundung eingegangen, wie Unternehmenssprecher Christoph Lang berichtet. Dabei verzeichne man deutlich mehr Gewerbe- als Wohnungsmieter, die aktuell Probleme haben ihre Miete zu zahlen. „Hier rechnen wir vor allem aufgrund der Schließungen von Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel mit deutlich spürbaren Einnahmeeinbußen“, sagt Lang.

Bei der Degewo haben bis 6. April 70 Mieter einen Antrag auf Stundung gestellt. „Die bisherigen Stundungsanfragen sind nicht sehr konkret, da die Mieter im Moment selbst noch nicht genau wissen, wie viel Geld sie zur Verfügung haben werden“, sagt eine Sprecherin des Unternehmens. „Einige Mieter werden die Miete in voller Höhe zahlen, aber verspätet, weil sie noch kein Geld vom Jobcenter erhalten haben.“

Die Gewobag macht nur vage Hinweise auf die Zahl der Mieter, die um Stundung der Miete gebeten haben. Es seien „weniger als 0,5 Prozent bei rund 70.000 Wohnungen“, teilt das Unternehmen mit.
Wie es bei den großen börsennotierten Wohnungsunternehmen aussieht, ist unklar. Die Deutsche Wohnen, die mehr als 110.000 Wohnungen in Berlin besitzt, erklärte, dass sie „zunehmend sowohl von Wohn- als auch von Gewerbemietern kontaktiert“ werde. Diese würde teils von sich aus das Gespräch suchen, um mögliche künftige Mietausfälle anzuzeigen. Aktuelle Zahlen könne die Deutsche Wohnen aber noch nicht zur Verfügung stellen.

Die Vonovia, die bundesweit rund 416.000 Wohnungen besitzt – gut 40.000 davon in Berlin –, rechnet insgesamt mit maximal 40 Millionen Euro an vorläufigen Ausfällen.

https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/berliner-haushalte-hunderte-anfragen-zu-miet-stundungen-li.81367

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Berliner Zeitung am 02.04.2020: Briesestraße Neukölln: Neues Wohnprojekt mit WGs und Ateliers

Die Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land hat ein ganz besonderes Projekt fertiggestellt, das gemeinschaftliches Wohnen, Ateliers und Sozialbau unter ein Dach bringt.

Von außen sieht das Neubau-Ensemble mit seinen kleinen Balkonen und der gewellten Fassade wenig spektakulär aus. Im Inneren aber zeigt es seine besondere Qualität. Ein großer Hof liegt in der Mitte der vier Baukörper zwischen Briese- und Kienitzer Straße in Neukölln. Breite Laubengänge, die viel Platz für Begegnungen bieten, führen zu den Wohnungen. Das Leben in der Gemeinschaft steht im Mittelpunkt des jetzt fertiggestellten Bauprojekts der landeseigenen Wohnungsbaugesellshaft Stadt und Land.

Dort, wo früher ein Parkhaus stand, sind nach Plänen des Architekturbüros EM2N insgesamt 101 Wohnungen errichtet worden – darunter 77 Ein- bis Vierzimmerwohnungen, 17 Atelierwohnungen sowie sieben Wohnungen mit zusätzlichen Gemeinschaftsflächen für Wohngemeinschaften. 30 Unterkünfte werden als Sozialwohnungen für 6,50 Euro je Quadratmeter kalt vermietet. Die übrigen frei finanzierten Wohnungen kosten im Schnitt unter zehn Euro je Quadratmeter – so wie es bei den sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen üblich ist.

Die 17 Atelierwohnungen sind zwischen 47 und 100 Quadratmetern groß. Hier können die Mieter Wohnen und Arbeiten miteinander kombinieren. Gefragt sind die Atelierwohnungen vor allem bei Künstlern der Richtung Malerei und Bildende Kunst. Die sieben Gemeinschaftswohnungen sind jeweils rund 300 Quadratmeter groß. Sie bieten den einzelnen Nutzern kleine Wohneinheiten mit ein und zwei Zimmern, die jeweils ein eigenes Bad sowie eine Kochnische haben und als individueller Rückzugsort dienen. Zugleich verfügen die Wohnungen über Räume, die zum gemeinschaftlichen Treffen genutzt werden können. Acht bis zehn Personen können in einer Gemeinschaftswohnung leben. Die Miete für jede dieser Wohnungen beläuft sich auf 3000 Euro warm pro Monat. Bei einer Belegung mit zehn Bewohnern muss also jeder 300 Euro warm bezahlen.

Die Bewohner der Gemeinschaftswohnungen haben entweder schon vorher zusammengelebt oder sie probieren die Wohnform nun für sich aus, sagt Anja Libramm. Neben Freunden mit Kindern, die zusammenziehen, um gemeinsam zu leben und sich zu unterstützen, gebe es auch eine Studenten-WG.

https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/neukoelln-neues-wohnprojekt-mit-wgs-und-ateliers-li.80341