Archiv für den Monat: Dezember 2017

Der AMV wünscht Frohe Weihnachten!

Feliz Natal
Feliz Navidad
Vesele Vianoce
Joyeux Vianoce
Merry Chistmas
God Jul
Vrolijk Kerstfeest
Buon Natale
Maligayang Pasko
Vesele Vanoce
Hyvää Joulva

Pressemitteilung 82/2017

AMV begrüßt Antrag „Gesund und asbestfrei wohnen in Berlin“

„Der AMV – Alternativer Mieter- und Verbraucherschutzbund e. V., der bereits seit längerem ein Berliner Asbestregister fordert und sich für eine umfassende Sanierung aller Wohngebäude einsetzt, die asbesthaltige Bauteile enthalten, begrüßt den Antrag der Koalitionsfraktionen „Gesund und asbestfrei wohnen in Berlin“ (Drucksache 18/0722) vom 15.12.2017 ausdrücklich“, sagte der 2. Vorsitzende des AMV, Assessor Marcel Eupen. „Bedenkt man, dass die Gesundheit das höchste Gut des Menschen ist, so war es längst überfällig, dass das Abgeordnetenhaus sich mit der Zusammenstellung der Typen von asbestbelasteten Gebäuden, mit dem Aufbau eines Berliner Asbestregisters, der … weiterlesen

Antrag

AMV in eigener Sache:

Das AMV-Social-Media-Team macht vom 17.12.2017 bis zum 07.01.2018 Weihnachtsurlaub und wünscht allen Menschen einen besinnlichen 3. Advent, eine ruhige Restadventszeit, ein schönes, besinnliches und friedvolles Weihnachtsfest sowie einen guten Rutsch ins Jahr 2018!

Aus der Rubrik „Wohnungspolitik“:

rbb24.de am 13.12.2017: Home-Sharing soll geregelt werden – Senat stellt neuen Gesetzentwurf zu Zweckentfremdung vor

Noch immer werden dem Wohnungsmarkt in Berlin viele Wohnungen entzogen, weil sie als Ferienunterkünfte angeboten werden. Um Gesetzeslücken zu schließen, will der Senat das Zweckentfremdungsverbot novellieren.

60 Tage legales Home-Sharing

In dem überarbeiteten Gesetz soll nun festgeschrieben werden, dass die vorübergehende Vermietung der eigenen Wohnung (Home-Sharing) generell leichter möglich wird, voraussichtlich durch eine Tagesregelung. Im Gespräch war zuletzt, dass man künftig bis zu 60 Tage im Jahr die eigene Wohnung komplett vermieten darf, zum Beispiel in den Ferien.

https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2017/12/senat-stellt-neuen-gesetzentwurf-zu-zweckentfremdung-vor.html

Aus der Rubrik „Wohnungspolitik“:

Berliner Zeitung am 12.12.2017: Wohnkosten – Berliner FDP fordert einen Mieten-TÜV

Ob eine stärkere Wärmedämmung der Fassade oder ein verschärfter Brandschutz: Neue Gesetze führen bei Bauprojekten in der Regel zu höheren Kosten. Die Berliner FDP will jetzt erreichen, dass bei Gesetzen vor dem Inkrafttreten ermittelt wird, welche Folgekosten verursacht werden – Mieten-TÜV sagen die Liberalen dazu.

Der Senat hält wenig von der Idee der FDP: Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke): „Ich sage klipp und klar: Wir brauchen Mietrechtsänderrungen und Anreize für kostengünstigen sozial gebundenen Wohnungsbau, keinen Mieten-TÜV.“

https://www.berliner-zeitung.de/berlin/wohnkosten-berliner-fdp-fordert-einen-mieten-tuev-29278534

Aus der Rubrik „Wissenswertes“:

Genügt es für eine rechtzeitige Überweisung der Miete, wenn der Mieter seinem Zahlungsdienstleister den Zahlungsauftrag bis zum dritten Werktag des vereinbarten Zeitabschnitts erteilt?

Die Antwort des Landgerichts Berlin (LG Berlin – 63 S 254/16, Urteil vom 03.03.2017) lautet: Ja!

Zur Begründung führt das Landgericht Berlin in seiner vorgenannten Entscheidung wie folgt aus: „Die Beklagte ist nicht gemäß § 546 Abs. 1 BGB zur Räumung und Herausgabe der von ihr innegehaltenen Wohnung verpflichtet. Das Mietverhältnis der Parteien ist nicht beendet. Die Kündigung der Klägerin vom 3. November 2015 ist nicht begründet.

Die Kündigung der Klägerin ist nicht gemäß § 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 a) BGB begründet. Im Zeitpunkt der Kündigung, welche der Beklagten nach Angabe der Klägerin am 5. November 2015 zugegangen ist, befand sich die Beklagte nicht für zwei aufeinander folgende Monate mit mehr als einer Monatsmiete in Verzug. Zwar war zu diesem Zeitpunkt die Miete für Oktober 2015 in voller Höhe nicht gezahlt, die Miete für November 2015 aber noch nicht fällig. Es kommt hierbei nicht darauf an, ob sie bis zum dritten Werktag bei der Klägerin eingegangen ist. Denn für die Rechtzeitigkeit der Zahlung ist dies nicht maßgeblich, weil der Schuldner einer Geldschuld, die im Zweifel gemäß § 270Abs. 4 BGB an dessen Wohnsitz zu erfüllen ist, zwar nach § 270 Abs. 1 BGB die Verlustgefahr trägt, nicht aber die Verzögerungsgefahr. Der Leistungserfolg selbst – die Gutschrift auf dem Empfängerkonto – gehört nicht mehr zur Leistungshandlung des Schuldners (BGH, Urteil vom 05.10.2016 – VIII ZR 222/15, GE 2017, 99).

Die EU-Richtlinie 2011/7/EU (Zahlungsverzugsrichtlinie) gibt zu einer anderen Beurteilung keinen Anlass. Denn sie ist auf Mietverträge mit Verbrauchern bereits nicht anzuwenden, weil sie der Bekämpfung des Zahlungsverzugs im Geschäftsverkehr dient und Verträge mit Verbrauchern hiervon nicht erfasst sind. Ein davon abweichender Wille des nationalen Gesetzgebers bei der Umsetzung der Richtlinie ist nicht erkennbar, denn ausweislich der Gesetzesmaterialien (BT-Drucks., 18/1309, S. 13) sollte das Gesetz den Verbrauchern zugutekommen und hätten diese keine zusätzlichen Belastungen durch die Umsetzung zu erwarten (BGH a.a.O.).

Bei einer Veranlassung der Überweisung am 3. Werktag des Monats ist diese nach § 675nAbs. 1 Satz 3 BGB spätestens am folgenden Banktag auszuführen und nach § 675s Abs. 1 Satz 1 BGB einen Tag später dem Empfängerkonto gutzuschreiben, sodass der Vermieter eine Gutschrift vor dem 5. Werktag regelmäßig nicht erwarten kann.

Die Kündigung war nicht gemäß § 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 b) BGB begründet, weil der Rückstand von 1.291,13 EUR die Summe von zwei Monatsmieten (2 x 711,97 EUR) nicht erreicht hat.

Im Übrigen wären, wie das Amtsgericht im angefochtenen Urteil ausgeführt hat, die Folgen einer fristlosen Kündigung wegen Zahlungsverzugs durch Zahlung der Rückstände am 11. November 2015 gemäß § 569 Abs. 3 Nr. 2 BGB geheilt worden. Auf die entsprechenden Entscheidungsgründe des Amtsgerichts wird Bezug genommen.

Die Kündigung vom 3. November 2015 ist ferner nicht gemäß § 543 Abs. 1 BGB wegen unpünktlicher Mietzahlungen begründet. Zwar stellen wiederholte unpünktliche Mietzahlungen nach einer vorherigen Abmahnung eine Pflichtverletzung dar, die auch eine fristlose Kündigung rechtfertigen können. Die Klägerin legt aber solche unpünktlichen Zahlungen der Beklagten nach der Abmahnung vom 15. Februar 2015 nicht dar. Soweit sie im Kündigungsschreiben Daten von Zahlungen mitgeteilt hat (§ 569 Abs. 4 BGB), liegen diese vor den Fälligkeitszeitpunkten. Die Klägerin begründet die Kündigung dementsprechend auch vielmehr mit dem Zahlungsverzug der Beklagten und beruft sich hierzu auf die Regelung in § 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 a) BGB.

Die Kündigung vom 3. November 2015 ist auch nicht als ordentliche Kündigung gemäß § 573 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB begründet. Zwar kann auch ein Rückstand, welcher die für eine fristlose Kündigung erforderliche Grenze von § 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 BGB nicht erreicht, eine Pflichtverletzung des Mietvertrags darstellen, die ein berechtigtes Interesse des Vermieters an der Beendigung des Mietverhältnisses zur Folge hat. Die hierfür notwendige Erheblichkeit der Pflichtverletzung ist indes in der Regel nur anzunehmen, wenn der Rückstand mehr als eine Monatsmiete beträgt und mehr als einen Monat andauert (BGH, Urteil vom 10.10.2012 – VIII ZR 107/12, GE 2012, 1629). Das ist hier nicht der Fall. Wie das Amtsgericht zutreffend ausgeführt hat, dauerte der über eine Monatsmiete hinausgehende Rückstand aufgrund der Fälligkeit der Miete für Oktober 2015 erst am 6. Oktober 2015 im Zeitpunkt der Kündigung vom 3. November 2015 noch keinen Monat an. Schließlich kommt hinzu, wie das Amtsgericht ebenfalls zutreffend erläutert hat, dass der Klägerin im vorliegenden Fall die Berufung auf die Kündigung gemäß § 242 BGB aufgrund nachträglich entstandener Umstände verwehrt wäre und sich das Festhalten am Räumungsbegehren als rechtsmissbräuchlich darstellte. Denn aufgrund des nachträglichen Ausgleichs der kündigungsrelevanten Rückstände weniger als eine Woche nach der Kündigung ist diese als ordentliche Kündigung zwar nicht unwirksam geworden, lässt die Pflichtverletzung der Beklagten aber in einem milderen Licht erscheinen (BGH, Urteil vom 16.02.2005 – VIII ZR 6/04GE 2005, 429; Urteil vom 10.10.2012 – VIII ZR 107/12, GE 2012, 1629). In diesem Zusammenhang hat das Amtsgericht richtigerweise maßgeblich darauf abgestellt, dass das streitgegenständliche Mietverhältnis bereits seit ca. 40 Jahren besteht, wobei sich auch bei einer Dauer von tatsächlich 37 Jahren keine ausschlaggebende Änderung der Sachlage ergäbe. Hinzu kommt, dass im Falle einer Pflichtverletzung der Beklagten sich diese am untersten Rand des Erheblichen bewegte und auch unter diesem Gesichtspunkt die Fortsetzung des Mietverhältnisses gerechtfertigt erschiene.

Das Mietverhältnis der Parteien ist auch nicht aufgrund eines Anerkenntnisses des Räumungsanspruchs oder einer einvernehmlichen Aufhebung des Mietvertrags beendet worden, indem die Beklagte auf die streitgegenständliche Kündigung nach Angaben der Klägerin eine Räumung zum 30. November 2015 angekündigt haben soll. Ein derartiger Inhalt lässt sich der Erklärung der Beklagten, aus der Sicht der Klägerin nicht gemäß §§ 133157 BGB entnehmen. Die Erklärung erfolgte als Reaktion auf die Kündigungserklärung und setzt für die Kläger aufgrund der gesamten Umstände voraus, dass die Kündigung auch wirksam ist. Es sind keine Anhaltspunkte für einen Willen oder ein entsprechendes Bewusstsein der Beklagten ersichtlich, sich unabhängig von der Wirksamkeit der Kündigungserklärung zur Räumung der streitgegenständlichen Wohnung endgültig und rechtlich verbindlich zu verpflichten.“

Aus der Rubrik „Mieterinformationen“:


WELT AM SONNTAG am 10.12.2017: Hohe Mieten treiben viele Deutsche in den „Lock-in-Effekt“

Weil die Mieten in vielen Städten weiter steigen, müssen viele Menschen in ihren alten Wohnungen bleiben. Doch die sinkende Mobilität hat negative Folgen für Wirtschaft und Infrastruktur.

Nach Recherchen der WELT AM SONNTAG bringen die steigenden Miet- und Kaufpreise die Bürger in vielen Städten zunehmend in eine Zwangslage. Die Angebotsmieten sind inzwischen so hoch, dass sich viele Menschen keinen Umzug in eine neue Wohnung mehr leisten können. Dieser „Lock-in-Effekt“ sorgt für sinkende Umzugsquoten, wie eine Datenauswertung zeigt.

In Berlin fiel die Umzugsquote binnen neun Jahren von 10,4 auf 7,9 Prozent im Jahr 2015. Im gleichen Zeitraum sind die Angebotsmieten den Informationen der WELT AM SONNTAG zufolge in Berlin um 70 Prozent gestiegen.

https://www.welt.de/finanzen/immobilien/article171433281/Hohe-Mieten-treiben-viele-Deutsche-in-den-Lock-in-Effekt.html?wtmc=socialmedia.facebook.shared.web

Aus der Rubrik „Stadtentwicklung“:


Berliner Morgenpost am 11.12.2017: Grundstücke
 – Behördenchaos stoppt Wohnungsbau in Berlin

Grundstücke des Bundes werden nicht bebaut, weil Senat und Bezirke sich nicht auf eine Nutzung einigen können.

Nach dem überarbeiteten „Stadtentwicklungsplan Wohnen 2030“ , den Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) kürzlich vorgelegt hat, müssen bis 2030 insgesamt 194.000 neue Wohnungen entstehen, um die bereits jetzt vorhandene Wohnungsnot sowie das weitere Bevölkerungswachstum zu verkraften. Doch geeignetes Bauland ist knapp und teuer. Umso erschreckender, dass riesige Potenzialflächen im Besitz des Bundes nicht bebaut werden, weil Senat und Bezirke seit Jahren nicht in der Lage sind, ein Nutzungskonzept vorzulegen. Das belegen Protokolle, die den Verhandlungsstand zwischen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) und dem Land Berlin wiedergeben.

https://www.morgenpost.de/berlin/article212796503/Berlin-plant-langsamer-als-Baeume-wachsen.html