Archiv der Kategorie: Wirtschaftsinformationen

Aus der Rubrik „Wirtschaftsinformationen“:

 

Berliner Zeitung am 17.05.2020: Immobilienmarkt Trotz Corona-Krise: Berlin hat die höchsten Mieten

Vermieter verlangen zwei Monate nach Beginn der Corona-Krise für freie Wohnungen mehr Miete als davor. Sogenannte „Schattenmieten“ treiben die Preise hoch.

Wer in Berlin eine neue Wohnung anmieten will, wird in der Corona-Krise mit steigenden Mietforderungen konfrontiert. Wer sich dagegen eine Eigentumswohnung zulegen möchte, der  darf sich über sinkende Angebotspreise freuen. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Corona-Index des Forschungs- und Beratungsunternehmens F+B hervor. F+B hat dafür bundesweit Miet- und Kaufangebote von der zehnten Kalenderwoche Anfang März bis zur 18. Kalenderwoche Anfang Mai ausgewertet. Die Angebotsmieten für freie Wohnungen in Berlin stiegen danach von 14,29 Euro je Quadratmeter zu Beginn der Corona-Krise auf 15,11 Euro je Quadratmeter Anfang Mai. Die Entwicklung in Berlin verläuft damit ähnlich wie im Durchschnitt aller Bundesländer – mit leichter Tendenz nach oben. Allerdings liegen die Angebotsmieten in Berlin besonders hoch. In keinem anderen Bundesland wurde laut F+B Anfang Mai ein höherer Mietpreis verlangt. Hinter der Bundeshauptstadt rangieren Hamburg (14,82 Euro) und Bayern (13,05 Euro).

„Schattenmieten“ treiben Preise hoch

Erklärungsbedürftig sind die hohen Angebotsmieten von gut 15 Euro je Quadratmeter in Berlin, die für den Corona-Index von F+B ermittelt wurden. Die Angebotsmieten bewegen sich damit deutlich über dem Preisniveau von 10,45 Euro je Quadratmeter, das der Wohnungsmarktbericht der Investitionsbank Berlin noch im Mittel für 2019 ausweist. F+B erklärt den Preissprung mit dem Phänomen der sogenannten Schattenmieten in Berlin.

Darunter werden Mieten verstanden, die höher liegen als nach dem im Februar in Kraft getretenen Mietendeckel in Berlin erlaubt. Manche Vermieter vereinbaren solche Schattenmieten neben der zulässigen Mietendeckel-Miete. Sie wollen damit Vorsorge für den Fall treffen, dass der Mietendeckel vom Bundesverfassungsgericht gekippt wird. Die Mieter müssen zunächst nur die Mietendeckel-Miete zahlen. Wenn der Deckel gekippt werden sollte, müssten sie aber die höhere Miete berappen. Der Mieterverein kritisiert dies als Versuch, den Mietendeckel zu umgehen. Nach Ansicht des Maklerverbandes IVD handeln die Vermieter dagegen „im Einklang mit geltendem Recht“.

https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/mieten-berlin-am-hoechsten-trotz-corona-li.83764

Aus der Rubrik „Wirtschaftsinformationen“:

 

Spandauer Volksblatt am 15.05.2020: Trend hin zum Wohneigentum setzt sich fort – In Spandau gingen wieder Mietwohnungen verloren

Der Bezirk hat in knapp eineinhalb Jahren weitere 300 Mietwohnungen verloren, weil sie zu Privateigentum wurden. Die meisten Umwandlungen gab es im Ortsteil Spandau.

Der Trend setzt sich fort: Zwischen Januar 2019 und Mitte April 2020 wurden im Bezirk weitere 309 Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt. Betroffen waren fünf Ortsteile. Wo die Mietwohnungen konkret verloren gingen, listet die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen in ihrer aktuellen Antwort auf eine entsprechende Anfrage der Spandauer SPD-Abgeordneten Bettina Domer auf.

Im Sommer treten Erhaltungsverordnungen in Kraft

Demnach lagen 147 dieser Wohnungen im Ortsteil Spandau an der Kurstraße, Adamstraße, Borkumer und Staakener Straße sowie 128 in der Wilhelmstadt und zwar an der Maulbeerallee und der Adamstraße. In Hakenfelde waren es 18 Mietwohnungen, in Kladow zehn und in der Siemensstadt zwei Wohnungen am Rohrdamm. Zehn Anträge auf Umwandlungen wurden innerhalb der beiden künftigen Milieuschutzgebiete „Altstadt/Neustadt“ und in der Wilhelmstadt gestellt und vom Bezirksamt auch genehmigt. Ende Juni 2020 sollen dort die sogenannten sozialen Erhaltungsverordnungen in Kraft treten – wenn die Bezirksverordneten es beschließen. Spandau hat dann seine ersten Milieschutzgebiete.

Für die Abgeordnete Bettina Domer steht nach der Antwort der Senatsverwaltung fest: „Die gehen seit 2017 in Spandau kontinuierlich weiter. Das ist kein gutes Zeichen für die Mieterstadt Berlin.“ Domer kritisierte außerdem, dass es weitere Umwandlungen gebe, obwohl die Ausweisung von Milieuschutzgebieten in Spandau bereits seit 2018 vorbereitet werde.

Seit 2011 fast 2500 Mietwohnungen umgewandelt

Seit 2017 wurden 875 Mietwohnungen in der Zitadellenstadt zu Eigentum, die meisten im Ortsteil Spandau (350), gefolgt von der Wilhelmstadt (232). Nicht betroffen waren Haselhorst, Gatow und das Falkenhagener Feld. Zwischen 2011 und 2017 gingen im Bezirk 1750 Mietwohnungen verloren, davon 537 in Siemensstadt, 367 in Spandaus Mitte und 310 in der Wilhelmstadt.

https://www.berliner-woche.de/bezirk-spandau/c-bauen/in-spandau-gingen-wieder-mietwohnungen-verloren_a267973

Aus der Rubrik „Wirtschaftsinformationen“:

 

Berliner Zeitung am 13.05.2020: Neue Studie Wem gehört Berlin?

Undurchsichtige Firmen beherrschen den Berliner Immobilienmarkt. Ein Transparenz-Register ist wirkungslos. Vieles bleibt in der Anonymität.

Wem gehört Berlin? Nur mit sehr großem Rechercheaufwand ist hier eine Annäherung möglich, und das beschreibt schon das Problem: Es herrscht ein flächendeckendes und mittels komplexer Firmengeflechte konstruiertes Unwissen bei diesem Thema. Dabei wäre Transparenz angesichts enormer Kapitalflüsse in den Berliner Immobiliensektor dringend nötig, wie eineneue Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung analysiert.

Die Finanzexperten Christoph Trautvetter vom Netzwerk Steuergerechtigkeit und Markus Henn von der NGO Weed machten sich im Auftrag der Stiftung dafür auf die Recherche und untersuchten anhand von über 400 Gesellschaften, wie groß das Problem anonymer Eigentümerstrukturen in Berlin ist. Die Studie untersucht diese Gesellschaften erstmals systematisch und anhand von Grundbüchern und Informationen aus Handelsregistern.

Sie kommen zu dem Fazit, dass „das 2017 eingeführte Transparenzregister, das eigentlich für mehr Transparenz bei den Eigentümerstrukturen sorgen sollte, seinen Namen (noch) nicht verdient.“

Am häufigsten – bei 223 von 433 – handelt es sich um Eigentümer, die direkt oder indirekt über eine in Berlin oder Deutschland eingetragene Gesellschaft Immobilien besitzen. Typisch sind hier Einzelpersonen und Familien, die ihre Immobilien über eine Berliner Objektgesellschaft halten und die beim Amtsgericht einsehbar sind.

Ausländische Gesellschaften, die direkt Berliner Immobilien halten, machen 76 von 433 Fällen aus. Aber: „Insgesamt bleiben die finalen wirtschaftlich Berechtigten in fast jedem dritten Fall in den bestehenden Registern nicht ermittelbar“, heißt es in der Studie. 135 von 433 Berliner Immobilien stecken nämlich in anonymen Gesellschaften.

Es war hier also trotz erheblicher Expertise nicht möglich herauszufinden, wer tatsächlicher Eigentümer ist. „Diese Gesellschaften bleiben also weiterhin anonym und verstoßen dabei in vielen Fällen gegen das 2017 erlassene Gesetz“, schreiben die Autoren.

Bei 83 von 111 fehlt der verpflichtende Eintrag ins Transparenzregister. Nur in sieben Fällen war auch tatsächlich der wirtschaftliche Berechtigter – also der tatsächliche Eigentümer und keine anonyme Briefkastenfirma oder Treuhänder –  im Transparenzregister eingetragen. Der Berliner Immobilienmarkt ist und bleibt eine Black Box. In nur vier Ländern Europas existieren Schlupflöcher, die es mit juristischen Kniffen gestatten, die Transparenzpflichten zu umgehen – Deutschland ist eines davon, so die Autoren.

„Anders als in Deutschland gelangt man in Großbritannien, Dänemark, Malta oder Luxemburg ohne lange Umwege, Wartezeiten und umständliche Registrierung mit wenigen Klicks zum Ergebnis – und das auch noch kostenlos“.

Dabei sollte eigentlich etwas ganz anderes gelten: Laut Artikel 3 Absatz 1 des deutschen Geldwäschegesetzes müssten im Transparenzregister Folgendes eingetragen sein: „die natürliche Person, in deren Eigentum oder unter deren Kontrolle der Vertragspartner letztlich steht, oder die natürliche Person, auf deren Veranlassung eine Transaktion letztlich durchgeführt oder eine Geschäftsbeziehung letztlich begründet wird.“

Die Sanktionen jedoch, die Milliarden schwere Gesellschaften befürchten müssen, wenn sie sich über die Regeln hinweg setzen, lassen sich leicht verkraften: Laut einer Anfrage der Linken im Bundestag wurden bis Ende Juni 2018 1200 Verwarnungen mit einem Verwarnungsgeld von insgesamt 60.000 Euro ausgesprochen und 51 Bußgelder mit einem Gesamtvolumen von 55.735 Euro verhängt.

Die Studie dokumentiert praktische Beispiele und bezieht sich dabei auch aufRecherchen der Berliner Zeitung zur a Tempo AG, die über 1000 Tochtergesellschaften ihre Bestände organisiert.

Die Dringlichkeit von Transparenz macht die Berliner Staatsanwältin Jana Berthold deutlich, die in der Studie zitiert wird: Das Problem sei, „dass an diesen geldwäscherelevanten Transaktionen häufig ausländische Kapitalgesellschaften beteiligt sind, bei denen wir die wirtschaftlich Berechtigten nicht feststellen können. Wir wissen schlicht nicht, wer sich hinter diesen Kapitalgesellschaften verbirgt und haben keine Möglichkeit, das herauszufinden.“

Die Intransparenz ermöglicht es also, über verschachtelte Strukturen Milliarden unbekannter Herkunft zu investieren, von denen ein erheblicher Teil aus dem Drogenhandel oder anderen unsauberen Geschäften stammen dürfte.

https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/black-box-berlin-li.83416

Aus der Rubrik „Wirtschaftsinformationen“:

 
 
spiegel.de am 12.05.2020:  Register gegen Geldwäsche –  Viele Berliner Immobilieninvestoren verstecken sich

Windige Immobiliendeals sorgen in Berlin seit Jahren für Schlagzeilen. Ein Transparenzregister soll für mehr Klarheit sorgen. Doch einer Studie zufolge wird es von vielen Investoren ignoriert.

Aus der Rubrik „Mieterberatung“:

 

Spandauer Volksblatt am 28.04.2020: Kostenfreie bezirkliche Mieterberatung – „Staakener Fensterberatung“ gut angenommen

Seit dem 16.03.2020 findet die kostenfreie Mieterberatung des AMV – Alternativer Mieter- und Verbraucherschutzbund e.V. im Auftrag des Bezirksamts Spandau in Staaken im Gemeinwesenverein Heerstraße Nord e.V. im Stadtteilzentrum Obstallee 22e nur noch in Notfällen und ohne direkten Kontakt als sog. „Fensterberatung“ statt. Sie wurde sehr gut angenommen und bisher von 37 Mieterinnen und Mietern in Anspruch genommen.

Die Ratsuchenden reichen ihre Unterlagen über den Briefkasten im Fenster neben der Eingangstür in den Beratungsraum. Dort werden sie gesichtet und die Sach- und Rechtslage wird geprüft. Nach erfolgter Überprüfung erfolgt sodann durch das geöffnete Bürofenster unter Einhaltung eines Sicherheitsabstandes von mindestens 2 Metern eine persönliche Beratung oder alternativ bei geschlossenem Fenster eine telefonische Beratung unter 030 – 914 90 889 oder unter 0174 / 483 27 28. Nach der erfolgten Beratung werden die Unterlagen durch den Briefkasten zurückgereicht.

Die „Staakener Fensterberatung“ findet in der Zeit der Corona-Pandemie immer montags von 16:00 Uhr bis 19:00 Uhr statt.

Auch im „Gemeinwesenverein Haselhorst e.V.“, Burscheider Weg 21, 13599 Berlin, findet eine „Fensterberatung“ statt, und zwar montags von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr. Die übrigen Standorte der bezirklichen Mieterberatung – Siemensstadt, Hakenfelde, Neustadt, Falkenhagener Feld und Wilhelmstadt – sind zur Pandemie-Vorbeugung im Zusammenhang mit dem Corona-Virus zurzeit geschlossen.

Telefonisch findet als Ersatz eine kostenlose Mieterberatung des AMV im Auftrag des Bezirksamts Spandau montags bis freitags von 08:00 Uhr bis 17:00 Uhr unter 030 – 68 83 74 92 oder unter 0170 / 23 71 790 oder unter 0174 / 483 27 28 statt. Zur Vorbereitung können Unterlagen zuvor per E-Mail unter information.amv@gmail.com oder postalisch unter der Postadresse AMV – Alternativer Mieter- und Verbraucherschutzbund e.V., c/o RA Uwe Piper, Bayernring 27 a, 12101 Berlin, an den AMV übermittelt werden.

Die telefonische Mieterberatung gilt ausschließlich nur zur Pandemie-Vorbeugung im Zusammenhang mit dem Corona-Virus und wird später nach Aufhebung der Vorbeugemaßnahmen wieder eingestellt.

https://www.berliner-woche.de/staaken/c-soziales/staakener-fensterberatung-gut-angenommen_a263788

Aus der Rubrik „Wirtschaftsinformationen“:

 

Berliner Zeitung am 24.04.2020: Immobilienmarkt Übernimmt Vonovia die Deutsche Wohnen?

Vor vier Jahren konnte sich die Deutsche Wohnen noch einer feindlichen Übernahme durch die Vonovia widersetzen. Doch jetzt gibt es eine erneute Debatte um einen Zusammenschluss der Wohn-Giganten.

Vier Jahre nachdem das größte börsennotierte Wohnungsunternehmen in Deutschland, die Vonovia, mit dem Versuch gescheitert ist, die Deutsche Wohnen zu übernehmen, steht eine Konzentration auf dem Immobilienmarkt erneut zur Diskussion.

Befeuert wird die Debatte durch eine Stellungnahme der Vonovia. Diese erklärte am Donnerstag auf „Gerüchte“, wonach sie einen Kauf der Deutsche Wohnen prüfe, dass sie immer wieder „auf eine etwaige Übernahme“ des Konkurrenten angesprochen werde. Statt eines harten Dementis folgt dann jedoch eine Erklärung, die sich so liest, als würde der Konzern lediglich die Bedingungen für einen Kauf beschreiben.

„Generell“ seien „Akquisitionen integraler Bestandteil“ der Firmen-Strategie und würden „fortlaufend geprüft“, stellt die Vonovia klar. Eine derartige Transaktion in Berlin „wäre aber überhaupt nur realistisch, wenn fundamentale Fragen geklärt wären und sie von einem entsprechenden Willen der Berliner Politik getragen würde, die derzeit mit Hochdruck an der Bewältigung der Corona-Krise“ arbeite. Aktuell habe die Bewältigung der Probleme in der Corona-Krise absolute Priorität. Zu Nachfragen, etwa wie die Unterstützung durch die Berliner Politik aus Sicht des Unternehmens aussehen müsste, wollte sich die Vonovia am Donnerstag nicht äußern. Die Deutsche Wohnen zeigte sich ebenfalls wortkarg: „Marktgerüchte kommentieren wir grundsätzlich nicht“, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Sollte es zu einer Übernahme der Deutsche Wohnen durch die Vonovia kommen, würde bundesweit und speziell in Berlin ein Wohnungsgigant entstehen. Die Vonovia hat mehr als 400.000 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich – rund 40.000 davon in Berlin. Die Deutsche Wohnen besitzt bundesweit rund 161.000 Wohnungen,  fast 112.000 davon in Berlin. Mit zusammen gut 150.000 Wohnungen in Berlin besitzen die beiden damit in etwa zehn Prozent der Berliner Mietwohnungen. Die Vonovia beziffert den Wert ihrer Immobilien auf zirka 53,3 Milliarden Euro, die Deutsche Wohnen den Wert ihrer Immobilien auf rund 26 Milliarden Euro.

Schon einmal, vor vier Jahren, hatte die Vonovia versucht, die Deutsche Wohnen zu übernehmen. Sie war damit jedoch gescheitert, weil dem Übernahme-Angebot nicht genügend Aktionäre der Deutsche Wohnen folgten. In Berlin sehen sich beide Unternehmen mit dem Mietendeckel konfrontiert, der die Mieten auf dem Niveau vom 18. Juni 2019 für fünf Jahre einfriert. Das schmälert die Gewinne. Auf beide Unternehmen zielt zudem das Volksbegehren Deutsche Wohnen und Co enteignen, das die Vergesellschaftung der Immobilien von Unternehmen mit mehr als 3000 Wohnungen anstrebt.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln will sich zu Einzelunternehmen zwar nicht äußern. Immobilien-Experte Michael Voigtländer sagt aber, dass es bei Zusammenschlüssen generell darum gehe, „Größenvorteile“ zu erzielen. Durch einen größeren Wohnungsbestand könnten Leistungen Dritter, etwa für die Bewirtschaftung der Häuser, noch günstiger eingekauft werden. Außerdem werde es als Großunternehmen noch leichter möglich, Geld am Kapitalmarkt aufzunehmen. Hinzu komme „gegebenenfalls die Hoffnung, auch mehr Gewicht in Regulierungsdebatten zu erhalten“. Also in  Diskussionen über den Mietendeckel oder in der Enteignungsdebatte. „Die Frage ist natürlich, was eigentlich die optimale Größe ist“, sagt Voigtländer.  Bei manchen Großkonzernen wandelten sich die Größenvorteile in Nachteile, weil man in der Organisation nicht mehr effizient sei.

Berlins Landesregierung geht in der Übernahme-Debatte auf Tauchstation. „Dazu  gibt es von unserer Seite keine Stellungnahme oder eine Kommentierung“, so Senatssprecherin Melanie Reinsch. Deutlicher wird die Grünen-Abgeordnete Katrin Schmidberger. „Wir als Koalition haben es uns zum Ziel gesetzt, den Berliner Wohnungsmarkt umzubauen und ihn langfristig gemeinwohlorientiert auszurichten“, sagt sie. „Denn wir wollen, dass alle Berliner angemessen wohnen können und wir den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft erhalten.“ Sowohl Deutsche Wohnen als auch Vonovia stünden diesem Ziel mit ihrem Geschäftsmodell entgegen. Statt einer Übernahme der Deutsche Wohnen durch die Vonovia sollten die Wohnungen beider Konzerne in Berlin lieber durch gemeinwohlorientierte Unternehmen übernommen werden. Der Berliner Mieterverein (BMV) äußert sich ähnlich. Er sehe keinen großen Unterschied zwischen Vonovia und Deutsche Wohnen, sagt BMV-Geschäftsführer Reiner Wild. Beide verlangten bei der Wiedervermietung von Wohnungen hohe Mieten. Rouzbeh Taheri, Sprecher der Initiative Deutsche Wohnen und Co enteignen,  sagt: „Der Konzentrationsprozess in der Immobilienbranche scheint einen neuen Schub zu bekommen.“ Die Vonovia wolle offenbar „als Krisengewinnler die gesunkenen Aktienkurse nutzen“ und die Deutsche Wohnen schlucken. Das sei keine gute Nachricht für die Mieter in Berlin. „Wenn ein Miethai durch einen anderen Miethai geschluckt wird, dann werden die Mieter unter noch größerem Druck geraten“, so Taheri.

„Unsere Forderung war immer die Vergesellschaftung der großen Immobilienkonzerne, daran ändert sich nichts.“ Von der Berliner Politik erwarte er, „dass sie deutlich ihre Ablehnung dieser Übernahme zum Ausdruck bringt. Die riesige Machkonzentration, die sich hier anbahnt, wird für die soziale Wohnraumversorgung in Berlin extrem schädlich sein“, warnt Taheri.

https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/debatte-um-moegliche-uebernahme-der-deutsche-wohnen-li.81928

Aus der Rubrik „Wirtschaftsinformationen“:

 

Berliner Zeitung am 11.02.2020 – „Trendbruch“ verzeichnet Leichte Entspannung auf dem Berliner Wohnungsmarkt

Ein Immobilien-Gutachten sieht ein Ende der Preisspirale bei Mietwohnungen in Berlin.

In Berlin und in anderen deutschen Großstädten bahnt sich nach Expertenansicht ein Ende des starken Mietanstiegs an. Grund dafür ist, dass sich das Bevölkerungswachstum verlangsamt, während gleichzeitig der Wohnungsneubau stärker in Schwung kommt.

Nur in Mitte und Charlottenburg weiter steigende Mieten

Berlin laufe dabei vorneweg. Hier gebe es einen „Trendbruch“. Im Gutachten, das für den Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) erstellt wurde, spricht Simons davon, dass die mittlere Angebotsmiete für freie Wohnungen in Berlin im vergangenen Jahr um 0,7 Prozent gesunken sei. Begonnen habe der „Trendbruch“ im unteren Marktsegment der preisgünstigsten 25 Prozent der Wohnungen. Dazu gehören beispielsweise Häuser in einfachen Lagen wie in Charlottenburg-Nord oder am äußeren Rand von Marzahn. In Mitte und Prenzlauer Berg seien dagegen noch weiter anziehende Mieten festzustellen.

Die Berliner Bundestagsabgeordnete Lisa Paus (Grüne) sagte: „Eine Verlangsamung der Mietsteigerungen ist kein Anlass zum Aufatmen.“ Wohnraum bleibe ein attraktives Anlageprodukt. Instrumente wie Mietpreisbremse und Mietendeckel seien „die Notbremse gegen Spekulation“.

https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/leichte-entspannung-auf-dem-berliner-wohnungsmarkt-li.75920

Aus der Rubrik „Wirtschaftsinformationen“:

Berliner Zeitung am 04.12.2019 – Städteboom : City-Bezirke werden immer teurer

Zu wenig Wohnungen, zu hoher Andrang: Berlin ist eine der teuersten Städte Deutschlands. Neue Zahlen zeigen, in welchen Bezirken die Mieten in den vergangenen Jahren gestiegen sind.

Es ist nur eine Zahl, aber sie ist aussagekräftig. Wer in den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte seit 2015 eine neue Wohnung angemietet hat, hatte ein um 425 Euro höheres Einkommen als Mieter, die vor 2015 dort eingezogen sind. Das geht aus einer Übersicht über die Mietentwicklung mit Stand 2018 hervor, die das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Mittwoch präsentierte.

Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte liegen damit an der Spitze der Berliner Bezirke, wenn es um die Einkommens-Differenz zwischen Neumietern und Altmietern geht. Im Klartext: Hinzugezogen sind in den beiden Innenstadt-Quartieren von 2015 bis 2018 vorwiegend Menschen mit guten Einkommen – jedenfalls im Vergleich zu den Altmietern.

Neue Mieter haben höheres Einkommen

In den meisten Berliner Bezirken haben die neuen Mieter ein höheres Einkommen als die alten Mieter. So etwa in Treptow-Köpenick, Charlottenburg-Wilmersdorf, Pankow, Tempelhof-Schöneberg und Steglitz-Zehlendorf. Nur in Spandau, Reinickendorf, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf liegt das Einkommen der Altmieter höher. Dort sind seit 2015 also überwiegend Menschen mit geringeren Einkommen zugezogen.

Bei den Mieten ergibt sich ein ähnliches Bild. So liegen die Mieten von Wohnungen in den Bezirken Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg, die seit 2015 vermietet wurden, deutlich über den Preisen, die vor 2015 verlangt wurden. Am niedrigsten ist die Differenz der Mieten im Bezirk Spandau und in Marzahn-Hellersdorf. Die Preissteigerungen fallen dort also geringer aus.

Grund für den Anstieg der Mieten in Berlin ist das geringe Angebot und die steigende Nachfrage. Zwar erteilten die Behörden in den vergangenen Jahren jeweils Baugenehmigungen für mehr als 20.000 Wohnungen jährlich, doch bleibt die Zahl der gebauten Wohnungen dahinter zurück. Im Jahr 2018 wurden in Berlin rund 16.700 Wohnungen fertiggestellt. Mehr als 60.000 genehmigte Wohnungen wurden jedoch noch nicht fertiggestellt. „Baustau“ sagen die Statistiker dazu.

https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/berlin-staedteboom-city-bezirke-immer-teurer-li.2661

Aus der Rubrik „Wirtschaftsinformationen“:

rbb24.de am 18.11.2019: Verstöße gegen Datenschutz – Deutsche Wohnen legt Widerspruch gegen Bußgeld ein

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen wehrt sich juristisch gegen ein Bußgeld in Millionenhöhe, das die Berliner Datenschutzbeauftragte erhoben hat. Ein Sprecher des Unternehmens sagte am Montag, man habe gegen die Zahlung von 14,5 Millionen Euro Widerspruch eingelegt.

Nach Angaben der Datenschützer von Anfang November waren im Archiv des Unternehmens zum Teil Jahre alte persönliche Daten von Mieterinnen und Mietern einsehbar, darunter Sozial- und Krankenversicherungsdaten, Arbeitsverträge sowie Informationen über ihre finanziellen Verhältnissen.

Die vorgeschriebene Zwei-Wochen-Frist sei eingehalten worden. Der Widerspruch sei eingegangen, bestätigte eine Sprecherin der Datenschutzbehörde, die nun entscheiden muss, wie sie darauf reagieren soll.

Falls sie sich dem Widerspruch inhaltlich nicht anschließt, übergibt sie ihn über die Staatsanwaltschaft ans Gericht. Wann dann eine Entscheidung zu erwarten ist, ist nicht abzusehen.

https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/11/deutsche-wohnen-widerspruch-bussgeld-berlin.html

Aus der Rubrik „Wirtschaftsinformationen“:

 

DER TAGESSPIEGEL am 14.11.2019: Streit um Vorkaufsrecht in Berlin – Steht die Wohngenossenschaft „Diese eG“ vor der Insolvenz?

Die „Diese eG“ soll Mieter vor Spekulanten schützen. Nun bangen ihre Genossen um ihre Anteile. Fest steht: In der Rigaer Straße hat sie sich übernommen.

Die Idee ist gut, doch die Welt scheint noch nicht bereit: Weil die Mieten in Berlin in den vergangenen Jahren immer stärker gestiegen sind, haben sich Bürger in der deutschen Hauptstadt vor sechs Monaten in einer Genossenschaft, der „Diese eG“, zusammengeschlossen, um sich ihre Wohnung zu kaufen und die Immobilien damit dem Markt zu entziehen.

Der Plan droht allerdings zu scheitern. Denn die Genossenschaft hat mittlerweile zwar Zahlungsverpflichtungen in Höhe von rund 50 Millionen Euro für ihre Immobilien angehäuft.

Ein belastbares Finanzierungskonzept scheint es aber nicht zu geben. Im Gegenteil: Am Dienstag verschickte Florian Schmidt, Baustadtrat in Friedrichshain-Kreuzberg, ein Schreiben an einen der Verkäufer, dessen Haus der Bezirk zuvor per Vorkaufsrecht erworben hatte. Die „Diese eG“ habe dem Bezirk mitgeteilt, dass sie ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen für das Haus in der Rigaer Straße 101 nicht nachkommen könne. Der Grünen-Politiker will deshalb den Vorkauf rückabwickeln.

Ist die Genossenschaft also, wenige Monate nach ihrer Gründung, in die Insolvenz geschlittert? Die „Diese eG“ bestritt das am Mittwoch in einem Statement. In den vergangenen Wochen habe die Genossenschaft drei Häuser als Dritterwerberin übernommen und vollständig mit allen Nebenkosten bezahlt, heißt es darin. Nur beim Haus in der Rigaer Straße habe man sich übernommen: „Nach langwieriger Prüfung wurde ein sehr viel höherer Sanierungsbedarf ermittelt als anfangs erkennbar war“, heißt es im Genossenschaftsstatement.

Bitterer Tag für die Genossen

Der Dienstag dürfte deshalb nicht nur für Hausverkäufer Bartel, sondern auch für die Mieter des Hauses ein bitterer Tag gewesen sein. Denn sie müssen sich nun sorgen, dass bei einer Abwicklung des Kaufvertrages ihre gezeichneten Genossenschaftsanteile in Gefahr sind. Eine entsprechende Tagesspiegel-Anfrage beantwortete die Genossenschaft am Mittwoch nicht. In dem Statement der Genossenschaft hieß es lediglich, dass die „Diese eG“ im Bereich des Vorkaufs neue Wege gehe. „Allen Beteiligten war von Anfang an klar, dass diese Wege weder einfach noch risikofrei sein würden.“

Und das Risiko ist längst kein abstraktes mehr, sondern seit Dienstag sehr konkret: Ein Makler hat die Genossenschaft zur Zahlung ausstehender Provisionen verklagt. Streitwert: 354000 Euro.

https://www.tagesspiegel.de/berlin/streit-um-vorkaufsrecht-in-berlin-steht-die-wohngenossenschaft-diese-eg-vor-der-insolvenz/25230432.html