Aus der Rubrik „Wohnungspolitik“:

Berliner Morgenpost am 22.11.2017: Wohnungsnot in Berlin – Für Behinderte ist die Wohnungssuche doppelt schwer

Menschen mit Handicap brauchen besonders ausgestattete Wohnungen – für meist wenig Geld. Doch davon gibt es in Berlin viel zu wenige.

Gilt die Wohnungsuche in der Hauptstadt schon für Durchschnitts­interessenten als sehr schwierig, ist das Verhältnis von Angebot zu Nachfrage beim behindertengerechten Wohnraum mehr als angespannt. 30.554 barrierearme sowie 959 barrierefreie Wohnungen meldete der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU), der 40 Prozent aller Berliner Wohnungen versammelt, 2016. Das war zwar ein Zuwachs zum Vorjahr von 15 Prozent (barrierearm) beziehungsweise 24 Prozent (barrierefrei). Insbesondere die sechs landeseigenen Wohnungsgesellschaften steigerten das Angebot um 16 (barrierearm) und 42 (barrierefrei) Prozent.

Dennoch gab es, bezogen auf die 700.000 BBU-Wohnungen, zusammen nur 4,5 Prozent behindertengerechte Einheiten. Zahlen für den gesamten Mietwohnungsmarkt existieren nicht.

Genauso wenig dokumentiert wie das Angebot ist die Nachfrage nach Barrierefreiheit. 616.000 Berliner hatten Ende 2016 einen Behinderungsgrad von mindestens 20 Prozent. „Wie viele davon Bedarf oder Anspruch auf barrierefreien Wohnraum haben, dazu liegen keine validen Daten vor“, sagt Katrin Rietz, Sprecherin der Senatssozialverwaltung, der Berliner Morgenpost. Klar ist aber, dass Behinderte den knappen Bestand mit jener wachsenden Zahl an Senioren teilen müssen, die keine Treppen mehr steigen oder nicht ohne Rollator laufen können.

https://www.morgenpost.de/berlin/article212614837/Fuer-Behinderte-ist-die-Wohnungssuche-doppelt-schwer.html