Aus der Rubrik „Wohnungspolitik“:

WirtschaftsWoche am 26.06.2018: Wie Deutschlands Metropolen die Wohnungsnot lösen wollen

Die deutschen Metropolen wachsen, Projektentwickler stehen Schlange. Dennoch entstehen zu wenige neue Wohnungen – und viele geben dafür den Bauämtern die Schuld. Zu Recht?

Klar ist: Deutschlands Metropolen boomen. In Berlin ist die Zahl der Einwohner von 3,3 Millionen im Jahr2000 auf heute 3,6 Millionen gestiegen; bis 2025 sollen weitere 200.000 Menschen hinzukommen. Die durchschnittliche Berliner Miete liegt heute 71 Prozent höher als 2010. Auch Hamburg, München, Köln oder Frankfurt gewinnen Zehntausende Neubürger im Jahr. 1,5 Millionen neue Wohnungen hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) deshalb im Wahlkampf versprochen. Nur: Allein in der Hauptstadt ist die Zahl der genehmigten Neubauten in den ersten Monaten des Jahres um 20 Prozent gesunken.

An den Wohnungsbauunternehmen liegt das eher nicht. Sie zanken sich um Freiflächen für größere Projekte, als würden darunter Ölquellen vermutet. Auch nicht an zuzugswilligen Bewohnern, die bisher noch jeden neuen Quadratmeterpreis-Rekord ungerührt zur Kenntnis genommen haben. Wer verstehen will, wieso Deutschlands Bau-Boom zum Immo-Irrsinn führt, muss daher diejenigen besuchen, die die Anträge, Skizzen, Zeichnungen und Pläne täglich auf den Tisch bekommen – und in der Flut untergehen: die Bauamtsleiterinnen.

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