Aus der Rubrik „Mieterinformationen“:

Berliner Zeitung am 22.11.2019 – Mietwohnungen : Berlin liegt bei Zwangsräumungen weit vorn

Vom Verlust der Wohnung sind häufig sozial benachteiligte Menschen betroffen.

In kaum einer deutschen Großstadt gibt es so viele Zwangsräumungen von Wohnungen wie in Berlin: Knapp 5000-mal beauftragten die Vermieter im vergangenen Jahr die Berliner Gerichtsvollzieher mit der Räumung von Mietwohnungen; auf rund 750 Einwohner pro Jahr kommt ein Räumungsauftrag. Damit ist nicht gesagt, wie oft tatsächlich geräumt wurde. Denn einerseits führt nicht jeder Auftrag zu einer Vollstreckung. Andererseits sind viele Mieter schon ausgezogen, bevor die Gerichtsvollzieher anrücken. Sie tauchen in keiner Statistik auf.

Trotzdem lohnt der  Vergleich:  In München gingen 2018 bei den Behörden 860 Mitteilungen über Räumungstermine ein – einer pro 1700 Einwohner. In Hamburg liegt die Zahl der Räumungen bei 848, das ist nur eine pro 2170 Einwohner. Frankfurt am Main (740 Räumungsmitteilungen) und Düsseldorf (597 Mitteilungen) bilanzieren einen Fall pro rund 1000 Einwohner.

Räumungstermine lassen sich nicht mit -aufträgen gleichsetzen, zudem erheben die Städte ihre Zahlen auf jeweils unterschiedlicher Basis. Diese Ungenauigkeiten sind also einzurechnen. Dennoch zeichnet sich ein Bild ab.

Am stärksten betroffen sind derzeit die Bezirke Marzahn-Hellersdorf, Spandau und Charlottenburg-Wilmersdorf – in letzteren beiden steigen die Zahlen entgegen dem gesamtstädtischen Trend sogar an.

https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/zwangsraeumung-in-berlin-bedroht-rentner-arme-psychisch-kranke-li.1848